Wie erschließen Life-Sciences-Unternehmen internationale Märkte regulatorisch sicher?
Wir entwickeln und steuern internationale Zulassungsstrategien für Pharma, Biotech, MedTech und IVD: USA (FDA 510(k), De Novo, PMA), Japan (PMDA), China (NMPA), Brasilien (ANVISA), GCC-Staaten, UK und Schweiz, parallel zur EU-Zulassung oder als eigenständige Markterschließung. Die eigentliche Schwierigkeit ist selten die einzelne Behörde, sondern die Reihenfolge: Viele Märkte setzen eine Referenzzulassung im Herkunftsmarkt voraus, und wer Zielmärkte nach Realisierbarkeit statt nur nach Marktpotenzial priorisiert, vermeidet die Parallelanträge, die interne RA-Teams zum Stillstand bringen.
- Pharma
- Biotech
- MedTech
- IVD
Überblick
Welche Herausforderungen entstehen beim internationalen Marktzugang?
Zulassungsprojekte auf vier Kontinenten · FDA 510(k)/De Novo/PMA, PMDA, NMPA, ANVISA, UKCA, Swissmedic
Zuletzt aktualisiert: 2026-06-12
Internationale Zulassungen sind ressourcenintensiv, weil jeder Zielmarkt seine eigene regulatorische Logik mitbringt. Die vier Punkte, an denen Programme am häufigsten hängenbleiben:
- Jeder Markt prüft anders: Die CE-Kennzeichnung nach EU 2017/745 (MDR) bzw. EU 2017/746 (IVDR) dient in Drittmärkten als Referenz, wird aber nirgends automatisch anerkannt. Die USA verlangen je nach Risikoklasse 510(k) nach 21 CFR Part 807, De Novo nach 21 CFR Part 860 oder PMA nach 21 CFR Part 814, mit eigener Klassifizierungs- und Evidenzlogik.
- Lokale Repräsentanzpflichten verzögern den Marktstart, wenn sie zu spät aufgesetzt werden: US Agent für ausländische Hersteller nach 21 CFR Part 807, Bevollmächtigter nach MDR Art. 11, UK Responsible Person und CH-REP nach MepV (SR 812.213).
- Zulassungsdossiers müssen marktspezifisch adaptiert werden: Pharma-Dossiers im CTD/eCTD-Format nach ICH M4, Technische Dokumentation für Medizinprodukte in das jeweilige Landesformat, oft mit Übersetzungen und lokalen Testanforderungen.
- Parallelzulassungen überlasten interne RA-Teams: Behördenrückfragen aus mehreren Märkten treffen gleichzeitig ein, und einige Märkte setzen zudem eine Referenzzulassung im Herkunftsmarkt voraus, etwa über ein Certificate of Free Sale oder ein CPP nach WHO-Schema.
Leistungen
Wie wir Sie unterstützen
Marktzulassungsstrategie & Priorisierung
Analyse der regulatorischen Anforderungen je Zielmarkt und Priorisierungsmatrix nach Marktpotenzial, Realisierbarkeit und Zeitbedarf, dokumentiert in einer internationalen Regulatory Roadmap mit Budget- und Ressourcenplan.
FDA-Zulassungen: 510(k), De Novo & PMA
Vorbereitung und Einreichung von 510(k)-Anträgen nach 21 CFR Part 807, De-Novo-Anträgen nach 21 CFR Part 860 und PMA-Dossiers nach 21 CFR Part 814, inklusive Pre-Submission-Paket (Q-Sub) und Begleitung von FDA-Inspektionen gegen die QMSR (21 CFR Part 820).
Mehr erfahren →Zulassungen für APAC, LATAM & Middle East
Registrierungsdossiers für PMDA (Japan), NMPA (China), ANVISA (Brasilien) und die GCC-Behörden, Koordination lokaler Regulatory-Affairs-Partner sowie Management von Übersetzungen, Adaptierungen und lokalen Testanforderungen.
Drittland-Compliance für UK & Schweiz
UKCA-Strategie nach den UK Medical Devices Regulations 2002 (SI 2002/618) inklusive UK Responsible Person sowie Swissmedic-Registrierung und CH-REP-Setup nach MepV (SR 812.213).
Behördeninteraktion & lokale Vertretung
Vorbereitung und Durchführung von Behördenmeetings, etwa FDA Pre-Submission, mit Briefing-Dokumenten und Fragenkatalog; Identifikation und Vertragsaufsetzung geeigneter lokaler Vertreter (US Agent, UK Responsible Person, CH-REP).
Mehr erfahren →Registrierungs-Lifecycle & Change Management
Maintenance aller aktiven Registrierungen: Änderungsmeldungen, Verlängerungen und ein Change-Control-Verfahren, das jede Produkt- oder Labelling-Änderung gegen alle Zielmärkte prüft, bevor sie umgesetzt wird.
Mehr erfahren →Wie wir zusammenarbeiten
Worauf es ankommt
Internationaler Marktzugang scheitert selten an einer einzelnen Behörde, sondern an der Annahme, die EU-Zulassung ließe sich exportieren. Jeder Markt prüft nach eigener Logik: Die FDA verlangt je nach Risikoklasse Substantial Equivalence im 510(k) nach 21 CFR Part 807 oder eigene Evidenz im PMA nach 21 CFR Part 814, Japan, China und Brasilien fordern eigene Dossierformate, Übersetzungen und teils lokale Tests. Dazu kommt eine Abhängigkeitskette, die die Reihenfolge diktiert: Viele Märkte in LATAM und im GCC-Raum setzen eine Referenzzulassung im Herkunftsmarkt voraus, nachgewiesen per Certificate of Free Sale oder CPP. Wer diese Kette ignoriert und alle Anträge parallel startet, erzeugt Behördenrückfragen aus fünf Verfahren gleichzeitig und überlastet genau das RA-Team, das die Antwortfristen halten muss.
Deshalb beginnt unsere Arbeit nicht mit dem ersten Antrag, sondern mit der Priorisierung: Welche Märkte sind ohne Vorbedingungen erreichbar, wo lässt sich bestehende Dokumentation im eCTD-Format nach ICH M4 oder als adaptierte Technische Dokumentation wiederverwenden, und welche Repräsentanzpflichten (US Agent, UK Responsible Person, CH-REP) brauchen Vorlauf. Das verschiebt den Aufwand an den Anfang des Programms, dorthin, wo eine korrigierte Reihenfolge Monate spart, statt in die Einreichungsphase, wo jede Korrektur ein laufendes Verfahren blockiert.
Unser Vorgehen
Unser Vorgehen
Schritt
Ergebnis
Marktanalyse
Übersicht der regulatorischen Anforderungen, Repräsentanzpflichten und Referenzzulassungs-Voraussetzungen je Zielmarkt.
Zulassungsstrategie & Priorisierung
Priorisierte Roadmap mit Reihenfolge der Märkte, Abhängigkeiten (z.B. Certificate of Free Sale) und Budgetrahmen.
Dossier-Adaption
Marktspezifische Einreichungsdossiers auf Basis der bestehenden EU-Dokumentation, im jeweils geforderten Format (z.B. eCTD nach ICH M4, 510(k)-Struktur).
Lokale Vertretung & Partner
Benannter US Agent, UK Responsible Person bzw. CH-REP und beauftragte lokale Regulatory-Partner mit klarer Rollenverteilung.
Einreichung & Behördeninteraktion
Eingereichte Anträge und fristgerecht beantwortete Behördenrückfragen, koordiniert über alle laufenden Verfahren.
Zulassung & Maintenance
Erteilte Registrierungen und ein laufendes Lifecycle-Management für Änderungen und Verlängerungen in allen Märkten.
Typische Stolperfallen
Woran Projekte häufig scheitern
Das EU-Dossier wird unverändert wiederverwendet.
Ein 510(k) verlangt den Nachweis der Substantial Equivalence zu einem Predicate Device nach 21 CFR Part 807, nicht eine klinische Bewertung nach MDR-Logik; wer die Technische Dokumentation eins zu eins einreicht, provoziert Refuse-to-Accept-Entscheidungen und Additional Information Requests.
Die lokale Repräsentanz wird zu spät aufgesetzt.
Ohne benannten US Agent keine Establishment Registration nach 21 CFR Part 807, ohne CH-REP kein Inverkehrbringen in der Schweiz; Vertragsverhandlungen mit lokalen Vertretern brauchen Vorlauf und blockieren sonst den geplanten Marktstart.
Alle Zielmärkte werden parallel gestartet.
Behördenrückfragen aus mehreren Verfahren treffen gleichzeitig ein, das RA-Team kommt mit den Antwortfristen nicht nach, und Verfahren geraten ins Stocken; eine Priorisierung nach Realisierbarkeit verteilt die Last über die Zeit.
Die Abhängigkeit von Referenzzulassungen wird übersehen.
Viele Märkte in LATAM und im GCC-Raum verlangen den Nachweis einer bestehenden Zulassung im Herkunftsmarkt, etwa per Certificate of Free Sale oder CPP; wer diese Reihenfolge nicht einplant, kann dort schlicht noch nicht einreichen.
UK und Schweiz werden als Quasi-EU behandelt.
Die Schweiz ist seit dem Auslaufen des MRA für Medizinprodukte Drittland und verlangt CH-REP und Swissmedic-Registrierung nach MepV (SR 812.213); in UK gilt die CE-Kennzeichnung nur im Rahmen befristeter Übergangsregelungen, danach greift die UKCA-Pflicht nach den UK Medical Devices Regulations 2002.
FAQ
Häufige Fragen
Quellen
- Verordnung (EU) 2017/745 (MDR), Art. 11; Verordnung (EU) 2017/746 (IVDR)
- 21 CFR Part 807, 814, 860, 820 (FDA: Registrierung & 510(k), PMA, De Novo, QMSR)
- UK Medical Devices Regulations 2002 (SI 2002/618)
- Medizinprodukteverordnung MepV (SR 812.213, Schweiz)
- ICH M4 (Common Technical Document, eCTD)
- Writer-Quelldatei: entourage-website-writer/output/expertise-pages/regulatory-compliance/internationaler-marktzugang/internationaler-marktzugang.md
- https://theentourage.de/expertise/internationaler-marktzugang/ (bestehender Seiteninhalt, überarbeitet)
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- EU 2017/745 (MDR)
- MDR Art. 11 (Bevollmächtigter)
- EU 2017/746 (IVDR)
- 21 CFR Part 807 (Establishment Registration, US Agent & 510(k))
- 21 CFR Part 814 (Premarket Approval, PMA)
- 21 CFR Part 860 (De-Novo-Klassifizierung)
- 21 CFR Part 820 (Quality Management System Regulation, QMSR)
- ISO 13485:2016 (QM-System)
- UK Medical Devices Regulations 2002 (SI 2002/618)
- MepV SR 812.213 (Schweizer Medizinprodukteverordnung)
- ICH M4 (CTD/eCTD)
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